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Mittwoch, 28. November 2018

Peter Wohlleben: Der mit dem Wald spricht

Eigenes Foto: Oktober 2018 auf der schwäbischen Alb
Gestern kam die vorerst letzte Sendung über den Bestseller-Autor und Förster Peter Wohlleben: Diesmal war er mit Cordula Stratmann und Mickey Beisenherz unterwegs im Soonwald im Hunsrück. Nach den vorhergehenden Sendungen wieder ein absolutes Highlight! Zitterpappeln, die ihre Kinder in die umliegenden Wiesen schicken, Bäume, die ihren Unrat abwerfen und ihn dann mit Blätter-Klopapier abdecken, Baum-Familien, Hute-Eichen und eine Übernachtung bei 2° und einem eisigen Wind ...alle Folgen, unter anderem mit Denis Scheck, Sven Plöger, Pierre M. Krause usw. können noch ein Jahr lang in der Mediathek abgerufen werden.



Mittwoch, 30. August 2017

Der Wiesenweg am Irrenberg

  Wanderung über die schwäbische Alb

Wieder stöhnten die Menschen unter Temperaturen um die 30°. Auf den Hochfächen der Alb waren es noch gerade 25°. Eine unserer liebsten Traufwege ist der Wiesenweg, den wir schon vor mehr als zwanzig Jahren entdeckten. Inzwischen gehört er zu den Traufgängen und damit zu einem der vielen Premium-Wanderwege der schwäbischen Alb. Es geht los am Wanderparkplatz Zitterhof oberhalb von Bisingen bei Balingen. Zunächst durchqueren wir eine heiße Gasse, flankiert von übermannsgroßen Maisfeldern. Dann geht es scharf nach rechts dem Waldrand zu. Am schönsten ist diese Wanderung im Frühling, jedoch bieten auch der Sommer und der Herbst immer neue Abwechslung an Farben und Vegetation. Einmal haben wir sogar im Winter auf einer Bank mit Aussicht gevespert. Am eindrucksvollsten ist hier stets der Himmel, der so nah scheint wie sonst nur in Oberschwaben. Bald tauchen wir unter das Blätterdach des Traufs (das ist ein Weg entlang am Abgrund, also an der Kante des Gebirges). Nach einiger Zeit erreichen wir den Gedenkstein an eine Bäuerin, die im Jahr1889 an dieser Stelle abstürzte.

Meine Nachforschungen ergaben, dass es die Bäuerin vom Zitterhof war, die von Bisingen heraufkam und sich im Nebel verirrte. Sie hatte Bekannte oder Verwandte besucht. Das Schicksal dieser Frau ist uns seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen, gab sogar Anlass für Kurzgeschichten und Romanfiguren. Bald erreichen wir den Aussichtspunkt auf den Hohenzollern, mit zwei normalen Bänken und einer Wohlfühlbank.

Burg Hohenzollern, vom Irrenberg aus gesehen
Gesicht, in einen Baum geschnitzt

Auf dem Weiterweg gelangen wir zu einem Hochbehälter und zum Naturschutzgebiet Hundsrücken. Hier findet man im Frühjahr die blauen Frühlingsenziane, seltene Orchideen, später u.a. die Trollblume mit den gelben kugeligen Blütenköpfen. Das Größte aber ist der Himmel, das Nachhaltigste ist die Stille, die uns umgibt. Auch auf dem geteerten Rückweg (Abkürzung, 5 Km), auf dem nur wenige Radfahrer und Wanderer unterwegs sind. Der Entspannungs- und Erfahrungswert solcher Wanderungen ist meiner Ansicht nach höher als das Ansteuern von exotischen Zielen, das ja immer mit dem zivilisatorischen Stress verbunden ist. Es sei denn, man erkundet fremde Länder auf nachhaltige Art, anstatt am deutschen Pool Caipirinhas zu süffeln.



Sonntag, 27. Oktober 2013

Durch das Schäfertal zum Götzenaltar und zur Ruine Granegg

Diese Wanderung gehört zum Donauberglandweg, der vor einiger Zeit als Premium-Wanderweg ausgezeichnet wurde. Wir beginnen sie in Böttingen auf der Schwäbischen Alb (Parkplatz Kirche oder am Waldrand Richtung Schäfertal). Durch eine langestreckte Wacholderheide gelangt man zum Wanderparkpatz Schäfer/-Grauental.

Auf dem Parkplatz mit drei Brunnen, Grillplatz und Teich kann man gut eine Zeit lang verweilen, seine Würste oder Steaks grillen oder vespern. Bei Hitze tut es gut, die Füße im kristallklaren Wasser der Quelle zu kühlen.

Grauenbachquelle


Hinter dem Grillplatz geht es kurz und steil hinauf zum Allenspacher Hof. Der Weg ist atembereraubend, nicht nur wegen seiner Steilheit. Er wird von mächtigen Kalkfelsen gesäumt, windet sich immer höher hinauf. Tief unten sieht man den Grauenbach der Lippachmühle zufließen.


Der Allenspacher Hof ist ein Überbleibsel des Weilers Allenspach, der im dreißigjährigen Krieg abging. Er befand sich ungefähr an der Stelle, an der heute die Antoniuskapelle steht.


 Der Allenspacher Hof ist Sitz eines bildenden Künstlers. Vor dem Hof steht eine 300 Jahre alte Linde. Über die Wiese geht es Richtung Auchten zum Götzenaltar. Ein Bauer erzählte uns einmal, dass der Götzenaltar, die Ruine Granegg und das Heidentor in der Luft eine Linie bildeten, was vielleicht von tieferer Bedeutung für die Altvorderen war. Der Götzenaltar selbst ist ein Felsbrocken mit einem Loch in der Mitte, von dem vermutet wird, dass es eine spätbronzezeitliche Kultstätte war, mit der die Priester die Zeit gemessen haben. Oder auch eine mittelalterliche Richtstätte. Von der Ruine Granegg aus dem 11. Jahrhundert hat man einen schönen Blick ins Tal, nach Egesheim mit seiner Kirche, deren Stuck vom Meister Feuchmayr stammt. Auf dem Rückweg nach Böttingen landet man, so sehr man auch nach Wegen suchen mag, unweigerlich auf der Straße. Statt dessen kann man den Radweg Richtung Allensbacher Hof gehen und durchs Grauental zurück. Oder man macht die Wanderung anders herum, wandert durchs eigentliche Schäfertal 3 KM bis zur Lippachmühle (Einkehr mit Biergarten!) und hinauf zum Trauf zurück zum Allenspacher Hof. Eine vierte Variante sind wir gestern gegangen: an der Straße von Bubsheim nach Königsheim Parkplatz an der Antoniuskapelle, auf dem breiten Weg hinunter ins Schäfertal, hinauf zum Allenspacher Hof und zurück zum Parkplatz.
Anfahrt: Balingen Richtung Beuron, durchs Bäratal nach Nusplingen, dann abbiegen nach Egesheim-Bubsheim-Böttingen. Ca. 4-12 Km, je nach Einstieg, mittelschwer. Einkehrmöglichkeiten Lippachmühle oder ins Donautal weiter und zur "Sonne" in Fridingen.
Karte





Dienstag, 3. September 2013

Felsen- und Burgenwanderung am Böllat

Neuerdings gibt es die Traufgänge oder Premiumwanderwege auf der schwäbischen Alb, alle im Großraum Balingen. Pfiffige Gastwirte haben sich dieses Konzept ausgedacht. Die Gefahr besteht darin, dass diese Punkte mit der Zeit überlaufen sind. Auf der anderen Seite können die Massen aber auch gelenkt werden,  und so kann ein etwas nachhaltigerer Tourismus entstehen. Der obenstehenden Karte am Parkplatz in Burgfelden kann man entnehmen, wie die ganze Tour verläuft. Sie ist 17 Km lang und führt von Burgfelden runter ins Wannental, zur Ruine Schalksburg, zu Mammutbäumen und vorbei am Felsenmeer ganz ins Tal, nach Margrethausen - und dann wieder steil hinauf. Das werden nicht sehr viele Leute machen, weil es eine  sehr gute Kondition erfordert. Wir sind vom Parkplatz (Pfeil) auf dem uns bekannten breiten, weißen Weg nach Nordosten gelaufen und zurück am Trauf bis zum Aussichtspunkt Böllat.
Burgfelden
Es gibt viele Ruhebänke mit immer wieder herrlichen Aussichten. Die umfassendste natürlich vom Böllat selbst.
Weiter geht es am Trauf entlang bis zur Abzweigung "Wannental-Lautlingen". Will man die große Tour machen, kann man hier hinuntersteigen. Unterwegs sieht man Felsköpfe mit Kiefern, die sich ins Gestein krallen. Auf diesen sehr empfindlichen Felsköpfen wachsen wäremliebende Pflanzen, im Frühjahr die Küchenschellen, Frühlingsspringkraut, später Hungerblümchen, Mauerpfeffer und Felsennelke.
Einige hundert Meter lang geht es durch den Ort, dessen Häuser alle schön ausgestattet und mit Blumen geschmückt sind. Über eine Wiese, auf der jetzt schon Herbstenziane stehen, erreicht man wieder den Trauf, auf dem man eine ganze Weile entlangspaziert.
Schließlich kommt eine Abzweigung zur Schalksburg, nur 600 Meter entfernt, aber einiges weiter unten. Das Immergrün deutet in den Bergen oft auf eine frühe Besiedlung hin. Es ist eine Ruine, die wir schon mal besucht hatten, eine der bedeutendsten Anlagen in Württemberg. Sie veranlasste Wilhelm Hauff und Gustav Schwab dazu, die Sage vom Hirschgulden wieder aufleben zu lassen, bei Hauff ging sie in das Werk "Das Wirtshaus im Spessart" ein. Wir gehen nun geradeaus weiter bis zum Grill- und Kinderspielplatz. Der geteerte Weg führt zum Heersberg und von da auf dem Muliweg bis zu der Stelle, an der er steil nach Margrethausen mit seinem Kloster hinabführt. Zwischendurch gibt es auch noch einen gesonderten Abstieg zum Felsenmeer, einer grandiosen Anhäufung von Brocken, die einst den Berg herabgedonnert sind. Muliweg heißt der Weg deswegen, weil in den Jahren 1940/1941dort deutsche Gebirgsjäger der 4. Gebirgsdivision (Enzian-Division) aufgestellt wurden. Sie mussten während ihrer Ausbildung fast täglich mit ihren Mulis diesen Aufstieg benutzen. Ein Gedenkstein erinnert an ihn und die Enzian-Division. Diesmal wenden wir uns wieder dem Ort Burgfelden zu und queren beim Parkplatz eine Wiese.

Am Dorfrand hat sich die Jugend ihr eigenes Refugium geschaffen. An Gärten mit riesigen Levkojenstauden vorbei erreichen wir die alte Michelskirche. In ihrem Inneren birgt sie kostbare Fresken aus dem 11. Jahrhundert.Sie ist nur mit einer Führung zu besichtigen.
Merkmale dieser Wanderung: 17 Km, schwierig, gute Kondition, Felsenmeer, Burgruine, Mammutbäume, Muliweg
Leichtere Fassung, von uns jetzt begangen: ca. 5 Km, Felsen, Traufwege, Aussichten, Wildblumen jeder Art

Anfahrt: Entweder über Balingen-Frommern Richtung Pfeffingen, dann rechts Richtung Burgfelden. Der Parkplatz ist rechts vorm Ort ausgeschildert. Oder über
Balingen-Bisingen hoch zum Stich, dann Irrenberg, Peffingen, Burgfelden.
Einkehrmöglichkeiten in Burgfelden: Landhaus Post
Im Sommer gibt es im Ort auch eine Gartenwirtschaft (keine HP), wo man Kaffee, Kuchen und kleinere Gerichte bekommt.

Freitag, 10. Mai 2013

Wander- und Ausflugsparadies Hayingen

Vor ein paar Tagen waren wir mal wieder in Hayingen auf der schwäbischen Alb. Hier haben wir zehn Jahre lang wunderbare und erlebnisreiche Kurzurlaube verbracht. Auch diesmal liefen wir den Weg ins Digelfeld hinab, eines der größten und schönsten Heidegebiete der schwäbischen Alb. Inzwischen ist die Ferienwohnung in der Stadtmauer dauervermietet, es gibt nur noch die kleinere mit angrenzendem Jägerstübchen. (Familie Müller). Der Ort ist nach wie vor wunderschön, doch auch ein wenig verlassen, so dass es nicht schaden würde, wenn mein Bericht ein paar mehr Touristen dorthin locken würde. Die erwähnten Gasthöfe haben, wie das "Klosterbräu" in Zwiefalten, teilweise eine sehr alte Tradition.
Tor in Riedlingen
Hayingen

Wer einmal ausspannen will von allem Stress und Getöse der Welt, der sollte sich für ein paar Tage nach Hayingen begeben. Hier tankt man neue Kraft, kann wandern, Klöster, Schlösser und Burgen besichtigen, im Tal der Großen Lauter radeln, den Fluss mit dem Kanu erkunden oder schöne alte Städtchen besuchen. Auch die Großstadt Ulm mit ihrem Münster ist nicht fern. Auf einem Sattel zwischen dem Großem Lautertal und dem Tal der Zwiefalter Ach liegt das ruhige Landstädtchen, das mit seinem prächtigen Rathaus-Fachwerk, Ziegenbrunnen, Zunftstube und St. Vituskirche ein malerisches Ensemble bildet. Es gibt eine schöne, barocke Friedhofskapelle, Reste der Stadtmauer und ein Stadttor. Alljährlich im Sommer finden Aufführungen im Hayinger Naturtheater, in schwäbischer Mundart, statt. In der Umgebung lassen sich zahlreiche Wanderungen unternehmen, zum Beispiel vom Feriendorf „Lauterdörfle“ über das Fichtental mit seinen fast alpin anmutenden Felsformationen hinunter ins Lautertal.Von dort (Grillstelle, Blick auf die Ruine Schülzburg)) immer entlang der Lauter, ohne Autoverkehr, bis zum Wasserfall Hoher Gießen oder bis zur romantisch gelegenen Laufenmühle, einem rustikalen Gasthof mit Biergarten. Der Rückweg läuft parallel dazu über eine Brücke bis nach Hayingen. An schönen Sommertagen flattern Schmetterlinge über die Wiesen, der Fluss mäandert durch das Tal mit seinen blühenden Wiesen. Von einem Wegkreuz oberhalb des Fichtentals kann man auf einem langsam ansteigenden Weg, vorbei am Naturtheater, ohne Straße zurück an den Ausgangsort gelangen. Eine andere, ebenso schöne Wanderung führt vom Wanderparkplatz Digelfeld
Digelfeld
hinunter über die Heide (Standort von Orchideen und Enzianen) ins Glastal mit seinem schattigen Weg, den Höhlen und Gumpen bis zum Schloss Ehrenfels. Es war die Sommeresidenz der Fürstbischöfe von Zwiefalten. Zurück kann man links hinauf wieder nach Hayingen wandern, dabei noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt Lämmerstein machen. 
Fliegenragwurz auf dem Digelfeld
Helm-Knabenkraut
Bei der Laufenmühle beginnt ein Weg durch das Wolfstal, wo im zeitigen Frühjahr die Märzenbecher zu Tausenden blühen. Im Lautertal lohnen die Burgen, wie zum Beispiel Hohengundelfingen, einen Besuch.  
Aber auch in die nähere und weitere Umgebung lassen sich schöne Ausflüge machen. Das barocke Kloster Obermarchtal erhebt sich majestätisch über der Lauter, die sich unweit davon in die Donau ergießt. Am schönsten präsentiert sich das Kloster am Abend, wenn nur noch wenige Besucher da sind. Dann kann man den Storch auf dem Dach klappern hören, sich in den schönen Gärten ergehen oder von der Mauer tief ins Donautal hinunterblicken. 
Inzwischen hat vor dem Tor auch das urige Gasthaus Adler mit Biergarten wiedereröffnet. Die Klosterkirche wurde in den Jahren 1686 bis 1692 gebaut und 1701 geweiht. Heute ist das Klostergebäude eine Lehrerakademie. Michael Thumb war der anfängliche Baumeister, nachdem er die Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg bei Ellwangen beendet hatte. St. Peter und Paul ist eine Wandpfeilerkirche des Vorarlberger Baustils, d.h. es gibt eine Vorhalle, drei Langhausjoche mit mächtigem Tonnengewölben, ein ausladendes Querschiff und einen eingezogenen Chor. Der Stuck von Johann Schmuzer (1689) wird aufgelockert durch dichte Akanthusranken, Blattwerk, Rosetten, Lorbeerstäbe und Engelsköpfe. Im Klosterladen werden Liköre, Bücher und alles das verkauft, was ein Pilgerherz nur begehren kann. Draußen vor dem Torbogen befindet sich ein kleines Museum zur Klostergeschichte. Das Renaissanceschloss Mochental, eine ehemalige Probstei, liegt einmalig in die hügelige Landschaft eingebettet. Es beherbergt eine Kunstausstellung, ein Besenmuseum und eine Gastwirtschaft. 
In Riedlingen, wo die Störche daheim zu sein scheinen, wirkt alles schon ein wenig südlicher. Nahe bei Hayingen steht das Kloster Zwiefalten, gestiftet 1089. 


In den Jahren 1741 – 1753 wurde das Zwiefalter Münster durch den Baumeister Johann Michael Fischer neu ausgebaut. Den Innenraum gestalteten bis 1765 Johann Joseph Christian aus Riedlingen (Figurenschmuck), Franz Joseph Spiegler aus Wangen (Deckenmalerei) und Johann Michael Feichtmayr aus Wessobrunn (Stuck). Das Kloster in seiner heutigen Form entstand ab 1668 nach Plänen von Tomasio Camaccio, ausgeführt durch Michael Thumb und Franz Beer. 
Es ist sehr erquickend, im Klostergelände umherzuspazieren. Ein sehr klarer Bach durchströmt es, mit seinem fließenden Hahnenfuß und flitzenden Forellen ein Ort zum Verweilen und zur Besinnung. An heißen Tagen bringen der Badeplatz Bichishausen oder das Höhenfreibad Zwiefalten Abkühlung. Im Gasthof „Kreuz“ isst man gut bürgerlich und kann dort auch nächtigen, ebenso im „Adler“,im Flairhotel Hirsch in Hayingen-Indelhausen oder Gasthof „Klosterbräu“ in Zwiefalten.


Die Wimsener Höhle, auch Friedrichshöhle genannt, zu Ehren von Herzog Friedrich II, der die Höhle 1803 besuchte, ist die einzige mit einem Boot befahrbare Wasserhöhle Deutschlands. Im ahr 1447 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Von ihren 723 Metern Länge sind nicht einmal zehn Prozent für den Besucher zugänglich, da sich etwa 70 Meter hinter dem Eingang die Höhlendecke bis zur Wasserfläche hinabsenkt und der Rest der Ganghöhle nur mit Tauchausrüstung erkundet werden kann. Die Höhle ist ein Quellarm der Zwiefalter Ach, in deren Tal man von Zwiefalten bis zur Wimsener Höhle wandern kann. Im Jahre 1995 wurden in der Höhle Tonscherben und Menschenknochen gefunden, die teilweise aus der späten Bronzezeit stammen. Damals war der Wasserstand tiefer, und man konnte die Höhle trocken begehen. Im Gasthof „Friedrichshöhle“ werden biologische und regionale Gerichte angeboten wie (Stand Frühjahr 2010) fangfrisch geräucherte Forelle, Rollbraten vom Alblamm und schwäbisches Vesperbrett. Dieser Landstrich hat sich vieles von dem erhalten, was in der Vergangenheit liebens- und lebenswert war. Als neuere Beispiele wären die Albbüffel zu nennen, die auch in Hayingen, vom Bauernhof Bruni Kazmeier, gehalten werden. In Indelhausen gibt es einen historischen Alb-Schneckengarten. 
Die Donau bei Riedlingen
 
Mit den Albbüffeln hat es eine besondere Bewandnis. Der Landwirt Willi Wolf siedelte im Jahr 2005 die ersten 30 Wasserbüffel aus Rumänien auf seinen Weiden in Hohenstein an. Diese Tiere waren vor 12.000 Jahren hier heimisch. Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte. Zusammen mit Molkerei-Fachfrau Eva Rauscher und Metzgermeister Ludwig Failenschmid gründete er die Albbüffel GmbH, ein vom „Plenum“ gefördertes Projekt. Aus der Milch wird Käse hergestellt. Albzarella heisst die Spezialität des Hauses, hergestellt nach dem Vorbild des italienischen Mozzarella. Zur Schlachtung kommen die Büffel zum Metzgereibetrieb von Ludwig Failenschmid. Die Edelteile vom Büffel sind für den Verkauf im Gächinger Laden bestimmt, weiteres Fleisch für die Gaststätte Hirsch, in der Büffel-Gerichte bereits fester Bestandteil der Speisekarte sind. Unabhängig von den Albbüffel-Rezepten, die inzwischen auch in neueren schwäbischen Kochbüchern auftauchen, möchte ich ein Rezept für Gulaschsuppe vorstellen, das ich einmal für 100 Gäste gekocht habe, an einem warmen Juliabend. Für die Vorbereitung habe ich etwa 2 ½ Stunden gebraucht und das ganze dann in einem riesigen Einmachkochtopf erst kochen, dann lange ziehen lassen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich wäre zu nichts mehr zu gebrauchen, weil ich frisch operiert aus dem Krankenhaus kam. Aber den Gästen schmeckte es hervorragend unter dem mitternächtlichen Sternenhimmel, und am nächsten Tag rief mich eine Besucherin an und fragte nach dem Rezept. Ich selbst habe das Fleisch vom Albbüffel noch nicht probiert, aber ich habe gehört, dass es etwas fetter sein soll als herkömmliches Rindfleisch, und es soll ein wenig wildartig schmecken. So sei es jedem überlassen, welche Art von Fleisch er nimmt, falls er meinen Rezeptvorschlag nachkochen möchte.
Für 4 Personen

500g Rindfleisch (Bug, Wadschenkel) oder gemischtes Gulasch

Öl
3 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

2EL Tomatenmark, 2 TL Edelsüßpaprika

2 TL Rosenpaprika

¼ L Rotwein

Salz, Pfeffer
,
1L Fleischbrühe

3 Papikaschoten, grün und gelb

3 Tomaten, gehäutet und gewürfelt

3 Kartoffeln, gewürfelt

Das Fleisch in Würfel schneiden, Zwiebeln, Knoblauch und Fleisch

 anbraten und mit Fleischbrühe aufgießen. Würzen. 20 Minuten vor

 beendeter Garzeit Kartoffelwürfel, Tomatenstücke und 

kleingeschnittenen Paprika dazugeben. Kochzeit: Mindestens 1 ½

 Stunden, bis das Fleisch butterweich ist.

Anmerkung: Eigentlich sollte man den Paprika ebenfalls häuten, da 

der Verzehr der Schale bekanntlich zu Verdauungsstörungen führen 

kann. Aber das dürfte bei einer großen Personenzahl ziemlich 
aufwendig sein.




Montag, 6. Mai 2013

Eine Fußreise auf der schwäbischen Alb



 Wer sich einmal total verzaubern lassen will, der unternehme im Wonnemonat Mai eine Fußreise auf der schwäbischen Alb. Beginnen wir sie mit einer Latte Macchiato im Hotel "Fürstenhof" von Bad Imnau. Dieser Kurort liegt im Eyachtal, einem Seitental des Neckars, und ist von Tübingen, Rottenburg oder Horb aus leicht zu erreichen
 Bad Imnau verfügt über ein Stahlbad und darüber hinaus über einen ganz bezaubernden kleinen Kurpark, wo immer die ersten Frühlingsblüher stehen und wo ein Kräutergarten das ganze Jahr über Einblicke in die Geheimnisse der Würz- und Heilkunst gibt.

Weiter geht es über Bisingen (bei Balingen) auf die schwäbische Alb - ein ungeheurer Aufstieg in steilen Serpentinen. Etwas moderater kommt man über Balingen nach Pfeffingen. Wir sehen beim Hinauffahren, dass die Vegetation immer weiter zurückbleibt, im Schnitt sind es zwei Wochen. Also kann man in diesem Mai 2013, der durch den langen, kalten Winter bis in den späten April hinein sowieso zurück ist, oben noch Veilchen, gelbe und weiße Anemonen, die Frühlings-Platterbse und den Frühlings-Enzian sehen. Wir passieren den Parkplatz bei Zitterhof, der seit Einführung des Konzeptes "Traufwege" bei jedem Sonnenstrahl überfüllt ist. Am Parkplatz bei Pfeffingen gehen wir los. Diese Tour ist wohl schon länger kein Geheimtipp mehr, denn auf unserer Wanderung begegneten wir etwa dreißig Menschen in einer Gruppe, die dann weiter oben auf eine weitere halbe Hundertschaft von Wanderern traf und mit ihnen den neuesten Wanderklatasch austauschte.


Die Wanderung ist wenig spektakulär und eher etwas für Blumenliebhaber und Freunde schöner Landschaftsbilder. An der Schnabelhütte vorbei geht es auf einem Schotterweg in den Wald hinein. Den Schäferkarren, hier für die Waldarbeiter abgestellt, könnten wir gut für Exkursionen und stille Wochenenden gebrauchen!


Der Wald wird hier Hangbuchenwald genannt und er hat seine ganz eigene Vegetation. Neben oben genannten Pflanzenarten gibt es Wolfsmilch, Bärlauch und Lungenkraut, Veilchen in wahren Massen am Wegrand. Bald weist ein Pfeil zu einem Brunnen mit Bank und schöner Aussicht auf die Berge der Alb.



Je mehr wir uns dem eigentlichen Naturschutzgebiet am Irrenberg nähern, desto märchenhafter wird der Wald. Hier stehen die Buchen glatt und
senkrecht wie von Menschenhand aufgetsellt. Unendliche Teppiche des Bärlauchs breiten sich darunter aus und verströmen einen intensiven Duft nach Knoblauch. Sie ahben schon Knospen angesetzt, und bald werden filigrane weiße Blüten den Waldboden bedecken.



Hier sieht man ganz deutlich den Unterschied zwischen dem Bärlauch und den Blättern des Maiglöckchens. Die Maiglöckchenblätter kommen zusammengerollt aus dem Boden und haben keinen Knoblauchgeruch.


Weiter geht es in das Naturschutzgebiet hinein. Die Wiesen werden von den Naturschützern gepflegt, Schafe weiden auf den Hängen und halten das Gebiet waldfrei. Seltene Blumen wie Orchideen oder den Frühlingsenzian lassen sie stehen, weil sei zu bitter sind.

Ein richtiger, schöner Frühlingsweg! Nach Austritt aus dem Wald sind die Weg von Traubenhyazinthen gesäumt, die Küchenschellen sieht man nur noch als verblühte, fedrige Reste. Etwas später kann man hier auch Trollblumen sehen. An Herzschlag und Atemfrequenz wird man feststellen, dass es die ganze Zeit fast unmerklich bergauf gegangen ist. 





Der weiße Steinbrech





Die schwäbische Alb ist ein Land der hohen Himmel und Wolken, speziell hier am Irrenberg und bei der Salmendinger Kapelle ein Stück weiter Richtung Süden. Es ist überdies ein Land, in dem man hervooragend Krimis und historische Romane ansiedeln kann. So beginnt auch mein Roman, den ich schon lange schreiben wollte, in diesem Gebiet.





Inzwischen sind wir oben auf dem
Irrenberg angekommen. Man kann
sich nun nach rechts wenden und
zum Trauf hinübergehen.
Dort steht eine Bank, die für uns
die "Wintervesperbank" heißt.
Für den Rückweg gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Entweder man dehnt die Wanderung noch aus und geht zurück zu den Hinweisschildern und am Pumpwerkhäuschen vorbei zum Trauf. Er bietet einen schmalen, meist trockenen Weg mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Auf halber Höhe ste
ht ein Stein zum Gedenken an eine Frau in den Fünfzigern, die hier im 19. Jahrhundert in einer Oktobernacht abstürzte.
Was uns immer wieder zu der Frage führte: Warum um alles in der Welt ist diese Frau dort hinabgestürzt? Die wahre Antwort werden wir wohl niemals finden.
In Höhe der Bauernhöfe kann man zu einem geteerten Weg gelangen, der steil zu dem Wanderparkplatz zurückführt. Folgt man von der Bank am Trauf einem Wiesenweg, kann man nach einiger Zeit den Crisie- (Kirschen-)weg hinunersteigen und links auf dem Schnabelweg zurückgehen. Unsere geheime Variante ist nicht leicht zu finden, aber die schönste von allen. Auf dem Mountainbikeweg, dessen Name uns ein Hundebesitzer verriet, geht es durch lichten Buchenwald auf einem Grat über den beiden Tälern und dann steil hinab zum Parkplatz. Man sollte gut ausgerüstet sein, denn es gibt Passagen, in denen der Weg schweißtreibend ist und solche, auf denen ständig ein mehr oder weniger kalter Wind bläst - wie auf der Höhe des Irrenbergs. Es gibt keine Einkehrmöglichkeiten. Man kann die Fußreise bei einem Vesper in Bisingen, in Balingen oder an einem anderen Ort beenden. Wir nutzten die letzten warmen Sonnenstrahlen und kehrten endlich einmal im Brauhaus der Mönche, dem Klosterbräu in Zwiefalten ein. Hier, direkt am Kloster mit seiner prachtvollen Barockkirche, dem klaren Bach und den stillen Winkeln, wird seit über 400 Jahren gebraut und ausgeschenkt. Zum besonderen Anlass ließ ich mir saure Kuttel mit Bratkartoffeln schmecken, mein Begleiter ein Filettöpfle mit Nudeln vom Bauern.

Ausgangspunkt: Parkplätze am Zitterhof oder bei Pfeffingen Richtung Balingen.
Wanderstrecke 7-10 Km.

Freitag, 1. Juli 2011

Tod am Knopfmacherfels

Im Donaudurchbruchstal, wo sich weiße Felsen auftürmen, wo der Fluss manchmal versickert und im fernen Aachtopf wieder zum Vorschein kommt, wo Dohlen und Falken um die Bergköpfe streichen, da liegt die alte Ackerbürgerstadt Fridingen. Sie ist nicht einfach zu erreichen, war es nie. Doch die im 19. Jahrhundert hinzugekommene Donautalbahn hat den Anschluss an die übrige Welt erleichtert. Auch heute noch reisen viele Gäste mit der Bahn an, um sich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Kanu die vielfältige, oft grandiose Natur- und Kulturlandschaft allmählich anzueignen. Das Stadtrecht erhielt Fridingen 1372. Vom Mittelalter bis in die Napoleonische Zeit gehörte es zu Vorderösterreich und erhielt bis ins frühe 20. Jahrhundert seinen Charakter als Ackerbürgerstadt bei. Im denkmalgeschützten Stadtkern befindet sich das Ifflinger Schloss, erbaut um 1330. Es beherbergt das Heimatmuseum und die Stadtbibliothek. Das Gasthaus Scharfeck aus dem Jahr 1554 zeigt neben seinem hübschen Fachwerk Malereien zur Fridinger Geschichte, darunter die Sage vom Knopfmacherfelsen. Der Knopfmacherfelsen ist ein Felsvorsprung beim Gasthaus „Knopfmacher“und bietet eine der atemberaubensten Aussichten im Donautal. Der Name geht auf eine Sage zurück. Am 4. April 1823 soll der Knopfmacher Fidelis Martin auf dem Rückweg vom Markt in Tuttlingen abgestürzt sein. Als die Nacht hereinbrach, begegnete ihm das „Hardtfräulein“ und führte ihn auf den steilen Fels hinauf. Martin und sein Pferd verloren Weg und Steg und stürzten in die Tiefe. Erst am 18. April soll sie der Klosterschäfer von Beuron tot am Fuße des Felsens gefunden haben.

Vom Wanderparkplatz am Ortsrand von Fridingen führt der Weg in einem Bogen durch das Tal, das der Urstrom in Jahrmillionen geschaffen hat.
Nach etwa einer halben Stunde treffen wir auf die Donauversickerung; in trockenen Sommern ist das Flussbett leergefallen, weil das Wasser durch das poröse Karstgestein sickert und vierzig Kilometer entfernt als Aachtopf wieder an die Oberfläche sprudelt.
Etwa eine halbe Stunde später macht der Weg eine Biegung und dem Auge bietet sich eine überwältigende Szenerie: das Durchbruchstal mit Laibfelsen und dem gigantischen Massiv des Stiegelesfelsen – es mutet an wie eine Theaterkulisse. Direkt vor uns ein etwas kleinerer Block, von der Donau umspült, an deren Ufer man herrlich picknicken und die Füße kühlen kann
...Wir bewegen uns nun auf die fast alpine Masse zu, immer begleitet von dem Fluss, von dessen Oberfläche klatschend Schwäne und Blässhühner auffliegen. In der Wand, so erzählt ein Einheimischer, könne man an ruhigen Tagen Gemsen beobachten. Wir sehen nur Dohlen und Wanderfalken kreisen und wenig später überraschen wir eine riesige Kreuzotter beim Verspeisen eines Frosches. Oder war es vielleicht eine der selten gewordenen Aeskulapnattern?
Nach der zweiten Donauschleife geht es links hinauf in den Wald, Richtung Stiegelesfels. Im Frühjahr bedeckt ein blauschimmernder Teppich aus Leberblümchen den Boden, Nester von Märzenbechern nicken vor sich hin und an exponierten Stellen der Felsköpfe findet man Küchenschellen. Oben gelangt man auf eine etwas breitere Kreuzung. Geradeaus führt ein Weg sehr schweißtreibend durch eine düstere, steinige Schlucht. Wer es bequemer mag und das Bad in der Menge nicht scheut, sollte den Umweg über den berühmten Knopfmacherfelsen machen. Der Aussichtspunkt Stiegelesfels bietet einen der atemberaubendsten Blicke der gesamten Schwäbischen Alb. Tief unten mäandert die Donau durch ihr liebliches Tal, die grauweißen Felsen stürzen schwindelnd in die Tiefe, wärmeliebende Pflanzen krallen sich unbeirrt in den Steinen fest. Wenig später sehen wir eine Kapelle, die einst einem Mönch als Eremitage diente. Die Wiese rund um diesen Ort der Stille atmet den Geist einer anderen Zeit.
Der Weg geht nun leicht bergab durch einen Buchen-Mischwald.
Und wieder öffnet sich der Blick auf einen Absturz: den Laibfelsen. Auf dem Trockenrasen könnten wir einige Stunden in der Sonne verträumen, mit dem Gesumse der Bienen im Ohr, dem Duft von Thymian und dem großartigen Blick in die Tiefe und auf die jenseitigen Höhen. Bedauerlicherweise geht der Weg nun bergab, und bald sind wir wieder in Fridingen mit seinem Schlösschen und der Wirtschaft „Scharfeck“.


Zu empfehlen ist die Einkehr im alten Gasthaus „Löwen“ im Ortskern. Wenn man genügend Zeit mitgebracht hat, kann man noch einen Besuch der Benediktinerabtei Beuron anschließen, mit der Kirche St. Martin und Maria („ein Deckenhimmel voll barocken Jubels...angereichert mit kostbarem Gold.“)Oder auch der Orchideenwiese, wo im späten Frühjahr der Frauenschuh blüht. Der Standort wird aber nicht verraten!