Sonntag, 29. Mai 2016

Romantische Wege: der Aachtopf

Am vergangenen Mittwoch wollten wir die guten Wetteraussichten nutzen und fuhren auf der Autobahn Stuttgart-Singen hinunter Richtung Bodensee. Wir erwarteten nicht, wirklich dorthinzukommen, denn bekanntlich ist Deutschlands beliebtester See an Feiertagen und in den Ferien rundherum überlaufen. Also eine "Fahrt ins Blaue". Wir kamen zügig voran, nur die großen Schweizer Kisten überholten andere auf halsbrecherische Weise. In ihrem Heimatland dürfen sie nämlich nicht so schnell fahren. Auf der Höhe von Engen begann dann auch der erwartete Stau. Wir verließen die Autobahn und wandten uns Richtung Aach, das uns mit seiner größten Quelle Deutschlands noch von früher her bekannt war. Es ist unglaublich, welche Ruhe und welche Idylle uns dort erwarteten. Alles Wissenswerte über den Aachtopf kann man über die Webseite erfahren: Aach und Aachtopf. Die Besonderheit des Aachtopfes liegt darin, dass hier das Donauwasser, das in Immendingen und Fridingen versickert, in dieser Quelle wieder zutage tritt. Als Radolfzeller Aach fließt es ca. 14 Km zum Bodensee und mündet dort.
Die idyllische Ortsmitte des Städtchens Aach

Blick von Aach in den Hegau

Aach liegt erhöht auf einem Bergsporn, mit Staffelgiebelkirche, Pfarrhaus und einem alten, unzugänglichen Schloss. Von hier oben sieht man die Vulkanberge des Hegau und bei klarem Wetter bis zu den schneebedeckten Alpengipfeln. Die Gegend eignet sich zum Wandern, zum Radfahren und für Ausflüge an den Bodensee, nach Messkirch, Pfullendorf, Engen und in die Schweiz.


So schön wohnt man dort!

Das Brunnenhaus. Bis 1756 wurde das Wasser mit Kübeln und Zuber aus "Sales Brünnele" an der Aach herausfgeholt.

Hier geht es noch sehr gemütlich zu. Hühner, Gänse und Enten tummeln sich, meist nur wenige Touristen
Das Sarah-Loch am Ende des Aachtopfes, in dem der Teufel aus Wut verschwunden sei

Der Aachtopf mit Gasthaus. Ein Weg führt um die Karstquelle herum und hinauf zu einer mittelalterlichen Burg und zwei großen Dolinen (Einbrüche des Bodens)
Man kann in dem Gasthaus direkt am Quelltopf sitzen und kleine Speisen, Eis und Kuchen zu sich
nehmen. Günstige Unterkünfte gibt es im Gasthaus Löwen und in einer Ferienwohnung oben im Ort.
Wenn man wirklich einmal eine Auszeit von der Hektik und dem Stress der Zeit nehmen will, ist man hier gut aufgehoben. Etwas mehr touristische Infrastruktur bietet das nahe Engen. Wir sind diesmal nicht geblieben, sondern weitergefahren nach Messkirch, einer reizvollen Kleinstadt, in der die Herren von Zimmern residierten.Kleine Bemerkung am Rande: Diese Gegend, zusammen mit Schloss Wildenstein im Donautal (ebenfalls Residenz der Herren von Zimmern, dort wurden auch große Teile der berühmten Zimmerschen Chronik geschrieben), inspirierte mich so sehr, dass sie einen Platz in meinem Roman "die Pilgerin von Montserrat" sowie in anderen Romanen gefunden hat.


Eingang zum Renaissanceschloss der Herren von Zimmern

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