Freitag, 9. September 2016

Altweibersommer






                                         

O trübe diese Tage nicht

              O trübe diese Tage nicht,
 Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
   Und unser Winter bricht herein.

   Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
    Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man's nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz,
O sorge, daß uns keine fehlt
Und gönn' uns jede Stunde ganz.
(1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

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